Labradorit

« zurück zum WiKi-Index

𝐋𝐚𝐛𝐫𝐚𝐝𝐨𝐫𝐢𝐭 – Ein ikonischer Schmuck- und Kulturstein: sein kühler Grundton lässt in der Bewegung ein farbiges Nordlicht aufblitzen (Labradoreszenz) – von blauen Flächen bis zu spektralen Regenbogenfeuern.

𝐄𝐢𝐧𝐨𝐫𝐝𝐧𝐮𝐧𝐠 & 𝐂𝐡𝐞𝐦𝐢𝐞: Feldspat-Gruppe → Plagioklas-Serie (Albit–Anorthit); Labradorit entspricht An₅₀–An₇₀ mit allgemeiner Zusammensetzung (Ca,Na)(Al,Si)₄O₈. Farbe/Optik/Eigenschaften: grau bis bläulich, grünlich, braun; charakteristische Labradoreszenz (interne Interferenz an Exsolutions-/Zwillingslamellen), zwei gute Spaltbarkeiten (~86°), polysynthetische Streifung, Glasglanz, spröde.

𝐁𝐞𝐝𝐞𝐮𝐭𝐞𝐧𝐝𝐞 𝐅𝐮𝐧𝐝𝐨𝐫𝐭𝐞: Kanada (Neufundland & Labrador – Typlokalität; Québec), USA (Oregon „Sunstone“ – Lake/Harney County; New York; Virginia), Mexiko (Chihuahua), Honduras, Nicaragua; Brasilien (Bahia/Minas Gerais), Madagaskar (Antsirabe/Ilakaka), Mosambik, Namibia, Südafrika; Finnland (Ylämaa – „Spektrolith“), Norwegen (Oslo-Rift: Larvikit-Feldspat), Schweden, Russland (Kola, Karelien), Ukraine (Wolhynien), Polen (Niederschlesien), Deutschland (Lausitz/Erzgebirge – Plagioklase in Gesteinen), Tschechien/Slowakei (Böhmische Masse/Tatra), Österreich/Schweiz (Alpenmetamorphite), Frankreich (Massif Central), Spanien/Portugal; Indien (Andhra Pradesh, Tamil Nadu), Sri Lanka, Pakistan (GB), China (Heilongjiang, Sichuan, Xinjiang), Myanmar; Australien (NSW/QLD/WA), Neuseeland. Schmuckwürdig bunt schillerndes Material v. a. Finnland, Madagaskar, Kanada; kupferhaltiger „Sunstone“ ausschließlich Oregon.

𝐎𝐛𝐞𝐫𝐛𝐞𝐠𝐫𝐢𝐟𝐟/𝐒𝐞𝐫𝐢𝐞: Feldspat-Gruppe → Plagioklase (Albit–Oligoklas–Andesin–𝐋𝐚𝐛𝐫𝐚𝐝𝐨𝐫𝐢𝐭–Bytownit–Anorthit). Nahe Varietäten/Handelsnamen: „Spektrolith“ (hochfarbig, Finnland), Oregon-Sonnenstein (Cu-haltiger Labradorit mit Aventureszenz), Larvikit (Gestein mit labradorisierendem Feldspat). Verwechslungssteine: Mondstein/„Regenbogen-Mondstein“ (meist labradoritischer Feldspat mit Adulareszenz), Andesin/Bytownit (ähnliche Plagioklase), Opalit/Glas, gefärbter Quarz.

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐯𝐚𝐫𝐢𝐚𝐧𝐭𝐞𝐧: 𝐃𝐞𝐮𝐭𝐬𝐜𝐡: Spektrolith, Schillerfeldspat, Oregon-Sonnenstein. 𝐋𝐚𝐭𝐞𝐢𝐧: labradoritum, spectrolithum. 𝐄𝐧𝐠𝐥𝐢𝐬𝐜𝐡: labradorite, spectrolite, Oregon sunstone, labradorescent feldspar. 𝐅𝐫𝐚𝐧𝐳ö𝐬𝐢𝐬𝐜𝐡: labradorite, feldspath labrador, feldspath à labradorescence. 𝐒𝐩𝐚𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡: labradorita, espectrolita, feldespato labrador. 𝐅𝐢𝐧𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡: labradoriitti, spektroliitti. 𝐍𝐨𝐫𝐰𝐞𝐠𝐢𝐬𝐜𝐡: labradoritt, spektrolitt. 𝐍𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫𝐥ä𝐧𝐝𝐢𝐬𝐜𝐡: labradoriet, spectroliet. 𝐑𝐮𝐬𝐬𝐢𝐬𝐜𝐡: лабрадорит, спектролит. 𝐂𝐡𝐢𝐧𝐞𝐬𝐢𝐬𝐜𝐡: 拉长石, 变彩拉长石. 𝐉𝐚𝐩𝐚𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡: ラブラドライト, スペクトロライト. 𝐓𝐡𝐚𝐢𝐥ä𝐧𝐝𝐢𝐬𝐜𝐡: แล็บราดอไรต์, สเปคโตรไลต์. 𝐊𝐨𝐫𝐞𝐚𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡: 라브라도라이트, 스펙트롤라이트. 𝐇𝐢𝐧𝐝𝐢: लैब्राडोराइट. 𝐒𝐚𝐧𝐬𝐤𝐫𝐢𝐭: (kein historischer Begriff bekannt). 𝐕𝐢𝐞𝐭𝐧𝐚𝐦𝐞𝐬𝐢𝐜𝐡: labradorit, đá labradorit.

DER SCHLEIER DES VERBORGENEN, STEIN DER TRANSFORMATION, SCHUTZ UND PSYCHISCHEN KRAFT

🕯️  Historisch-magische Bedeutung

Labradorit, benannt nach der kanadischen Halbinsel, wo er 1770 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde, zählt zu den bedeutendsten magischen Steinen der nordischen und uralten schamanischen Kulturen. Die Eskimos glaubten, dass Labrador das gefrorene Nordlicht in sich trage – ein Licht, das nur den Eingeweihten erscheint. Sein charakteristisches Farbspiel – Labradoreszenz genannt – erscheint wie leuchtende Schleier über schwarzer Tiefe.

In okkulten Traditionen wurde er als Schutzstein des Hauses verwendet – unter die Schwelle gelegt, sollte er dämonische Kräfte abhalten. In der schwarzen Magie galt er als Werkzeug zur Induktion von Hypnose und „Vernebelung“ des Geistes. Der Labrador wurde auch für Wahrsagerei, Seelenspiegelung und astrale Kommunikation eingesetzt.

  Spirituelle Wirkung  

Labradorit wirkt mystisch, schützend und tiefgreifend verändernd. Er:

  • schirmt das feinstoffliche Feld vor negativen Fremdeinflüssen ab
  • aktiviert spirituelle Begabungen und Intuition
  • öffnet das Unbewusste für seelische Einsichten und Visionen
  • stärkt mentale Konzentration bei Meditation oder magischer Arbeit
  • schützt vor psychischen Übergriffen, energetischer Erschöpfung und Illusionen

Ein Stein der inneren Wandlung – kraftvoll, aber nicht für alle geeignet.

🪷  Chakra-Zuordnung

  • Stirnchakra (Ajna) – Wahrnehmung der seelischen Realität
  • Kronenchakra (Sahasrara) – Zugang zu verborgenen Sphären
  • Wurzelchakra (Muladhara) – Schutz, Abgrenzung, Verwurzelung

Labradorit ist der Schleier zur anderen Welt – er lüftet sich nur für den Suchenden.

🪐  Planetarische Entsprechungen

  • Planet: Uranus (Innovation, Transformation, Intuition)
  • Nebenplanet: Mond (Emotion, Intuition, Schutz)
  • Element: Wasser
  • Sternzeichen: Löwe (Kreativität, Selbstvertrauen, Großzügigkeit), Skorpion (Transformation, Tiefe, Regeneration), Schütze (Optimismus, Expansion, Weisheit), Fische (Intuition, Mitgefühl, Spiritualität), Wassermann (Innovation, Unabhängigkeit, Humanität), Krebs (Emotion, Fürsorglichkeit, Schutz)
  • Zahl: 6 – Harmonie, Schönheit, Verantwortung

Ein Stein für Magier, Transformatoren, Schamanen und Träumer mit Disziplin.

🔮  Anwendung & Rituale

Labrador eignet sich für:

  • Meditation auf seelische Schatten und unbewusste Prozesse
  • magische Rituale, in denen Schutz und Fokus gefordert sind
  • Amulette gegen Täuschung, energetische Verwirrung und Fremdbeeinflussung
  • Talismane für Träume, Ahnenarbeit und astrale Reisen

Ein Ritual der inneren Öffnung:
Lege den Labrador auf dein drittes Auge und sprich:

„Ich sehe durch den Schleier der Welt.
Ich erkenne, was verborgen ist.
Ich bin Labrador – das Licht im Schatten.“

🧼  Pflege & Hinweise

  • Reinigung: mit Rauch (Beifuß, Salbei) oder auf Hämatit legen
  • Aufladung: im Dunkeln bei Neumond oder unter Tannen
  • Labrador darf nicht im Sonnenlicht liegen – seine Farbe kann verblassen
  • Er ist empfindlich gegenüber starker Hitze oder Säuren

🌍  Geologische Bedeutung & Herkunft  

Labrador ist eine Plagioklas-Varietät der Feldspatgruppe. Die Farbspiele entstehen durch Interferenz an lamellaren Strukturen im Inneren. Diese Schillerfarben reichen von Blau über Grün bis zu Gold und Violett – je nach Licht und Betrachtungswinkel.

Hauptfundorte sind: Kanada (Neufundland & Labrador – Typlokalität; Québec), USA (Oregon „Sunstone“ – Lake/Harney County; New York; Virginia), Mexiko (Chihuahua), Honduras, Nicaragua; Brasilien (Bahia/Minas Gerais), Madagaskar (Antsirabe/Ilakaka), Mosambik, Namibia, Südafrika; Finnland (Ylämaa – „Spektrolith“), Norwegen (Oslo-Rift: Larvikit-Feldspat), Schweden, Russland (Kola, Karelien), Ukraine (Wolhynien), Polen (Niederschlesien), Deutschland (Lausitz/Erzgebirge – Plagioklase in Gesteinen), Tschechien/Slowakei (Böhmische Masse/Tatra), Österreich/Schweiz (Alpenmetamorphite), Frankreich (Massif Central), Spanien/Portugal; Indien (Andhra Pradesh, Tamil Nadu), Sri Lanka, Pakistan (GB), China (Heilongjiang, Sichuan, Xinjiang), Myanmar; Australien (NSW/QLD/WA), Neuseeland. Schmuckwürdig bunt schillerndes Material v. a. Finnland, Madagaskar, Kanada; kupferhaltiger „Sunstone“ ausschließlich Oregon.

🧬  Mineralogisches Profil

  • Mineralklasse: Silikate (Gerüstsilikate)
  • Chemische Formel: (Ca,Na)(Al,Si)₄O₈
  • Härte: 6 – 6,5 (Mohs)
  • Farbe: grau, schwarz, dunkelgrün mit irisierenden Farbfeldern
  • Transparenz: opak
  • Glanz: glasartig bis perlmuttartig (bei frischem Bruch)
  • Besonderheiten: Labradoreszenz – der typische Schimmer bei Bewegung

⚠️ 𝐖𝐚𝐫𝐧𝐡𝐢𝐧𝐰𝐞𝐢𝐬: Labradorit ist nicht toxisch, jedoch spröde mit zwei guten Spaltbarkeiten (Bruchgefahr). Häufige Verwechslung mit „Regenbogen-Mondstein“ (adulareszierender Labradorit), Andesin/Bytownit (andere Plagioklas-Kompositionen), Opalit/Glas sowie gefärbtem Quarz. Typische Manipulationen: Färbung/Tönung und rückseitiges Back-Coating zur Farbverstärkung, Harz-/Polymer-Imprägnierung poriger Zonen, Oberflächenbeschichtungen (Dampf/Film), bei „Andesin“ teils Diffusions-/Wärme-Kontroversen; Glas-/Polymer-Imitate verbreitet. Prüfhinweise: deutliche polysynthetische Zwillingsstreifung auf Spaltflächen, Interferenzfarben der Labradoreszenz (winkel-/blickrichtungsabhängig), zwei Spaltbarkeiten ~86°, RI/SG feldspattypisch (n≈1,56–1,58 / SG ~2,68), unter der Lupe Lack/Harz in Rissen erkennbar; Raman/FTIR zur Abgrenzung zu Glas/Quarz, Dünnschliff für Plagioklas-Diagnostik.

« Zurück zum WiKi-Index